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    <title> (Rubrik:blogma, v2.)</title>
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    <dc:date>2005-01-25T20:34:01Z</dc:date>
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    <title>Blogmanifest. [Adios Muchachos]</title> 
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    <description>Bei aller Liebe: Manchmal habe ich den Eindruck, da&amp;szlig; ein paar Kollegen in und um &lt;i&gt;Kleinbloggersdorf&lt;/i&gt; das ganze Thema wesentlich ernster nehmen, als beispielsweise eine gesunde Ern&amp;auml;hrung. Oder einen gesunden Abstand vom Privatfernsehen. Oder Gesundheit an sich. Diese Tatsache hat mich in den letzten Tagen schwer mitgenommen. So schwer, da&amp;szlig; ich mir offen und ehrlich eingestehen mu&amp;szlig;, aufgrund der letzten Geschehnisse bei Twoday die Lust am Bloggen verloren zu haben. Sogesehen war mein Blogstreik vom Montag nicht ganz so unernst gemeint, wie manche vielleicht dachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja richtig, ich geh&amp;ouml;re jetzt tats&amp;auml;chlich auch zu denen, die die Sache etwas zu ernst nehmen. Das hatte ich eigentlich nicht f&amp;uuml;r m&amp;ouml;glich gehalten, aber &lt;i&gt;Selbsterkenntnis rules&lt;/i&gt; - auch wenn das nicht gerade eine meiner St&amp;auml;rken ist. Ich hab mir jedoch mit dieser ganzen Rumdiskutiererei und Rumlinkerei der letzten Tage die &lt;i&gt;Petersilie verhageln lassen&lt;/i&gt; - wie man im Volksmund so sch&amp;ouml;n und doch so unpassend sagt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es macht mir f&amp;uuml;r den Moment einfach keinen Spa&amp;szlig; mehr, meine Erg&amp;uuml;sse in eine Welt zu entlassen, die einerseits auf Meinungen rumhackt, andererseits aber Meinungsfreiheit fordert. Eine Welt, die einerseits Gruppenbildung anklagt, sich dann aber andererseits regelrecht anbiedert, um &lt;i&gt;dazu zu geh&amp;ouml;ren&lt;/i&gt; - wozu auch immer. Eine Welt, die sich Zeile f&amp;uuml;r Zeile v&amp;ouml;llig schizophren und selbstverliebt in Vorw&amp;uuml;rfen, Mi&amp;szlig;gunst, Neid und Vorurteilen ausl&amp;auml;&amp;szlig;t, genau das aber allen anderen zum Vorwurf macht. Eine &lt;i&gt;Community&lt;/i&gt;, die aus einem Einstiegsthema wie Kindesmi&amp;szlig;brauch einen wirklich widerw&amp;auml;rtigen Klassenkampf macht - und letztlich sogar Mitl&amp;auml;ufer gebiert, die v&amp;ouml;llig am Thema vorbei ihren l&amp;auml;ngst abgelaufenen Senf in alle Richtungen spritzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
F&amp;uuml;r meinen Geschmack hab ich in den letzten Tagen ein paar Flecken zu viel abbekommen. Man mag mir jetzt unterstellen, ich spielte hier die beleidigte Leberwurst, dramatisierte unn&amp;ouml;tig oder h&amp;auml;tte keine &quot;Eier&quot;. Aber mein Erfahrungsschatz sieht das anders: Nach 3 Jahren Bloglesen, und zusammengefasst 2 Jahren selber Bloggen merke ich das erste Mal, wie sich mir innerlich alles verkrampft, wenn ich bestimmte Kommentare zu bestimmten Themen und Ereignissen der j&amp;uuml;ngsten Zeit lese. Und wenn ich lese, wie hier wo an welcher Stelle wer wie auch immer abgehandelt, eingestuft und regelrecht niedergemetzelt wird. Das ist f&amp;uuml;r mich beim besten Willen nicht das, was ich damals noch unter dem abstrakten Begriff &quot;Bloggen&quot; verstanden habe. Im Gegenteil: Was hier im Moment passiert, entspricht eher dem Charakter eines v&amp;ouml;llig banalen Forums. Ich gestehe mir selbst ein, an dieser Entwicklung hier und da mitgewirkt zu haben, mu&amp;szlig; aber hinzuf&amp;uuml;gen, da&amp;szlig; das bestimmt nicht in dem Ma&amp;szlig;e war, wie es manch andere betreiben. Und das mich eine gewisse Forumsmentalit&amp;auml;t schon &amp;ouml;fters aufgeregt hat, wissen diejenigen, die die Freakshow schon l&amp;auml;nger lesen, sowieso. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurzum: Ich hab hier damals angefangen, um einen gewissen literarischen Anspruch zu hegen (sofern ich das &amp;uuml;berhaupt kann), um zu unterhalten, und um meine abstrusen Gedankeng&amp;auml;nge niederzukritzeln und f&amp;uuml;r jedermann, der daran interessiert ist, lesbar zu machen. Vielleicht auch, um hier und da mal mit meiner Einstellung zu bestimmten Dingen zu polarisieren. Aber nicht um mich letztlich Stunde um Stunde dar&amp;uuml;ber aufzuregen, was hier passiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anbetracht der Entwicklung, in Anbetracht dessen was aus dieser &lt;i&gt;Community&lt;/i&gt; geworden ist, und in Anbetracht bestimmter &quot;unfehlbarer Instanzen&quot; hier bei Twoday, die es f&amp;uuml;r mein Empfinden einfach zu weit getrieben haben, werde ich das Bloggen hier vorerst f&amp;uuml;r einen unbestimmten Zeitraum einstellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch nicht, ohne vorher einerseits auf ein Blog-Manifest des von mir hochgesch&amp;auml;tzten, und leider viel zu fr&amp;uuml;h in Blogger-Fr&amp;uuml;hrente gegangenen &lt;a href=&quot;http://tvmut.antville.org/stories/630525/&quot;&gt;Fernsehratgebers&lt;/a&gt; hinzuweisen, das ich jedem/jeder auf die Nase binden m&amp;ouml;chte, der/die der Meinung ist, er/sie/es habe verstanden, worum es geht. Und andererseits mein pers&amp;ouml;nliches Blogmanifest hier abzulegen, das keinerlei Anspr&amp;uuml;che erhebt - bis auf meine eigenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das 11 Punkte Blogma der Freakshow:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. &lt;i&gt;Ein Blog ist ein Blog ist ein Blog.&lt;/i&gt; Nichts anderes. Ein Blog ist weder die Klagemauer, noch eine U-Bahn, noch eine Markthalle, sondern in erster Linie ein Internet-Gedanken-Post-It seines Sch&amp;ouml;pfers und Betreibers. Nicht mehr und nicht weniger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. &lt;i&gt;Eine Meinung ist eine Meinung ist eine Meinung.&lt;/i&gt; Wer seine Kommentarfunktion aktiviert, will Feedback. Wer Feedback will, mu&amp;szlig; auch mit Meinungen rechnen. Wer mit Meinungen rechnet, mu&amp;szlig; auch damit rechnen, da&amp;szlig; diese kontrovers, banal, angreifend oder sonstwie geartet sein k&amp;ouml;nnen. Wer sich hinterher beschwert, ist selbst schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. &lt;i&gt;Der Inhalt bestimmt die Qualit&amp;auml;t.&lt;/i&gt; Wer schei&amp;szlig;e schreibt und Schei&amp;szlig; postet, darf sich nicht wundern, wenn er nicht wahr- und ernstgenommen wird. Wer schreibt, mu&amp;szlig; auch damit rechnen, da&amp;szlig; er gelesen und beurteilt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. &lt;i&gt;Es gibt keine Grenzen.&lt;/i&gt; Wer meint, es g&amp;auml;be ausserhalb seines Bloghosters und ausserhalb seines Blogs kein Leben, der hat das Internet nicht begriffen. Eine Blogroll ist ein Akt der H&amp;ouml;flichkeit. Ein Link zu einem interessanten Beitrag auch. Wer so etwas als Kommentargeilheit oder &amp;auml;hnliches abtut, sollte besser Tagebuch schreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. &lt;i&gt;Bloggen ist kein Konkurrenzkampf.&lt;/i&gt; Es geht nicht darum, den besseren Content zu liefern, die besseren Kommentare zu haben, die gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere Anzahl an Abonennten sein eigen zu nennen, das coolere Design aufgespielt zu haben. Wer ein Blog als Profilierungsmaschine versteht, ist schlicht und ergreifend dumm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. &lt;i&gt;Ein Bloghoster kann keine Community sein.&lt;/i&gt; Bezugnehmend auf Punkt 4 und 5: So sehr sich ein Bloghoster als Community versteht, so sehr widerstrebt es mir, diesen Gedanken aufzugreifen. Es gibt Blognachbarn, wenn man sie denn so nennen mag, aber keine fest zusammenhaltende Gruppe. Ist dem doch so, sieht man, was dabei rumkommt: Streit und Neid um des Streitens und Neidens willen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. &lt;i&gt;Ein Blog ist ein Mi&amp;szlig;verst&amp;auml;ndnis.&lt;/i&gt; Wer nicht damit Leben kann, da&amp;szlig; jeder Leser etwas anderes herausliest, wer nicht damit Leben kann, da&amp;szlig; die eigene Intention f&amp;uuml;r den Leser nicht immer begreifbar ist, sollte seine Kommentarfunktion besser abschalten. Zum Wohle seiner Gedankenfreiheit, und vor allem zum Wohle seiner Integrit&amp;auml;t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. &lt;i&gt;Ein Blog ist Individualismus.&lt;/i&gt; Wenn mir der Sender nicht passt, zappe ich weg. Das sollte ein Grundgedanke jedes Bloglesers sein, bevor er auf die Kommentarfunktion klickt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. &lt;i&gt;Ein Blog ist (k)ein Ich.&lt;/i&gt; Ein Blogger ist jederzeit angreifbar. Umgekehrt ist auch ein Leser jederzeit angreifbar. Jedoch sollte - wie auch im wirklichen Leben - ein gewisser Ton, eine gewisse Grenze, ein gewisser Anstand gewahrt werden. Wer meint, den a(n)sozialisierten &quot;Halt die Klappe&quot;-Tonfall auf seinen virtuellen Gegen&amp;uuml;ber anwenden zu k&amp;ouml;nnen, wie es ihm beliebt, ist kein guter Blogger, kein guter Schreiber, kein guter Mensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10. &lt;i&gt;Leben leben, nicht Bloggen leben!&lt;/i&gt; Wenn unterm Strich namens Alltag etwas &amp;uuml;brig bleibt, was man erz&amp;auml;hlen m&amp;ouml;chte, kann man es niederschreiben. Oder bloggen. Wenn jedoch das Blog pl&amp;ouml;tzlich den Alltag bestimmt, l&amp;auml;uft irgend etwas gewaltig schief. Und es gibt viele, die das nicht merken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11. Es hei&amp;szlig;t DAS Blog, nicht DER Blog!!! Ein f&amp;uuml;r allemal!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachtrag: Ich bitte jeden Leser inst&amp;auml;ndigst darum, sich das alles erst durchzulesen und dar&amp;uuml;ber nachzudenken, &lt;b&gt;BEVOR&lt;/b&gt; kommentiert wird. Bitte! Ist zwar mehr Text als sonst, aber immer noch weniger, als beispielsweise im Sportteil der Bildzeitung oder in den Sexseiten der Amica. Und wer richtig pers&amp;ouml;nlich werden will: herrshhhh at gmail dot com.</description>
    <dc:creator>shhhh</dc:creator>
    <dc:subject>blogma, v2.</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2004 shhhh</dc:rights>
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