Eigentlich...
...wollte ich jetzt schon Popstar sein.
Eigentlich...
...habe ich Fisch nie gemocht.
Eigentlich...
...sollten Zigaretten nur 1 Euro kosten.
Eigentlich...
...finde ich, daß Bier scheiße schmeckt.
Eigentlich...
...bin ich ganz nah, obwohl ich weg bin.
Eigentlich...
...wollte ich nur einen Rahmen um die Seite machen.

Meine Kindheit war von Katzen geprägt. Dank meiner Mutter, die wohl seit ihrer Geburt im Katzenschutzbund aktiv war. Es drehte sich im Haushalt meiner Eltern alles nur um Katzen, Katzenhaare, Katzenklos, Katzenspielzeug, Katzenkratzbäume, Katzenschlafplätze und Katzenfutter. Eine regelrechte Katzenmanie, die mal niedlich anzuschauen war, manchmal aber auch an Wahn grenzte ("Lass Deine Zimmertür offen, wegen der Katzen!"). Bis zu dem Tag, an dem ich die elterliche Herberge klammheimlich verließ.

Viele Dinge, die mich an meine Kindheit erinnern, versuche ich als Erwachsener zu meiden. Klare Suppen zum Beispiel. Oder Fahrstühle. Oder Pansen. Oder Damenperrücken. Oder Tennisbälle. Oder Stützräder. Oder offene Toilettentüren. Aber Katzen mag ich immer noch sehr gerne. Irgendwie.

Ich liebe diese Eigenwilligkeit, dieses Wechselspiel zwischen "Ich lass mich gerne Kraulen und schmuse mit Dir" und "Komm mir nicht zu nahe, sonst kratz ich Dir irgendwas aus". Ich mag die Anmut dieser Tiere, die Geschmeidigkeit, die Schnelligkeit, die Eleganz, die Wärme und die Sinnlichkeit. Und die Tatsache, daß diese Eigenschaften im Bruchteil einer Sekunde umkippen und sehr gefährlich werden können. Wenn man nicht aufpasst. Oder den Felltiger schlecht behandelt.

Katzen sind eigenwillige Tiere, und deshalb wesentlich faszinierender und fesselnder als schnöde Hunde, die eigentlich nur dazu da sind, auf's Wort zu gehorchen, blöd in der Gegend rumzuschnuppern, den Besitzer vor die Haustür zu treiben und dann und wann mal das Beinchen zu heben. Kann zwar auch nett sein, ist aber auf Dauer dann doch eher langweilig. Für meine Ansprüche.

Ich kenne hier in der Umgebung eine Katze, in die ich absolut vernarrt bin. Sie wohnt hier irgendwo in der Nähe, und kreuzt meistens nach Feierabend meinen Weg. Sie ist manchmal ein wenig kratzbürstig, das haben diese Tiere ja so an sich. Aber sie ist so ziemlich die atemberaubendste und schönste Katze, die ich je gesehen habe. Hier und da ein wenig unberechenbar, aber immer da, wenn man sie ruft. Und immer dankbar, wenn man sie krault, und ihr wahre Liebe und Zuneigung zukommen läßt.

Manchmal bin ich etwas überfordert, weil ich nicht genau weiß, wie ich mit ihr umgehen soll - denn sie ist ja nicht meine Katze, sondern irgendwie ihr eigener Herr. Wenn sie denn wollte, so würde ich ihr jederzeit einen Platz in meinem Haus und auf meinen Schoß anbieten, sie pflegen und füttern, stundenlang kraulen und mich um sie kümmern. Und ihr vor allem - denn das ist bei Katzen das allerwichtigste - den Freiraum lassen, den Katzen brauchen.

Und das, obwohl ich kindheitsbedingt Katzen eigentlich gar nicht mögen dürfte. Ich mag ja auch keine klaren Suppen. Oder Fahrstühle. Oder Pansen. Oder Damenperrücken. Oder Tennisbälle. Oder Stützräder. Oder offene Toilettentüren.

Ja, es ist Dienstag, das hier ist Katzencontent, und ich gestehe:
Ich liebe diese Katze™.

 

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